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Risiken des Outsourcing

Infolge der Globalisierung und den dadurch verschärften Wettbewerb müssen viele Unternehmen ihre Geschäftsstrategie überdenken und neu ausrichten. Diese Neuorientierung führte zuerst im Produktionsbereich zur Überprüfung der Wertschöpfungs- und Fertigungstiefe der Unternehmen. Die Ausrichtung auf die individuellen Kundenwünsche, verkürzte Produktlebenszyklen und der steigende Kostendruck erfordern kürzere Durchlaufzeiten und kurzfristige Lieferfähigkeit.

Produktionskonzepte wie Just-in-Time oder Lean Production hielten Einzug in bundesdeutsche Unternehmen. Mit der Frage nach der Fertigungstiefe stellt sich für viele Unternehmen auch die Frage des Fremdbezuges oder Eigenerstellung. Die klassische Make-or-Buy-Frage. Diese Fragestellung ist nicht mehr nur auf die Produktion beschränkt, sondern steht im strategischen Mittelpunkt als Outsourcing in der Optimierung anderer Unternehmensbereiche, zum Beispiel dem Vertrieb.

Outsourcing kann einem Unternehmen Kostenvorteile ermöglichen, und bei strategisch wichtigen Dienstleistungen sogar Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Konkurrenten ermöglichen. Die Inanspruchnahme des externen Know-hows birgt jedoch die Gefahr, dass unternehmeneigenes Wissen auf dem ausgelagerten Gebiet verkümmert und eine Abhängigkeit zum Dienstleister entsteht. Grundsätzlich sollte sich daher das auslagernde Unternehmen gegen Risiken gegenüber dem Dienstleister absichern. Zu den Risiken des Outsourcing zählen:

Wettbewerbspolitische Risiken

Sie treten auf, wenn zum Beispiel durch Personalübergang an den Dienstleister eigenes, überlegenes Know-how abwandert und Konkurrenten ebenfalls diesen Dienstleister beanspruchen. Von wettbewerbspolitischer Wichtigkeit sind aber auch Aspekte der Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Dienstleisters sowie der Datenschutz. Der Dienstleister muss gewährleisten, dass er die ihm übertragenen Aufgaben mit der nötigen Sorgfalt erbringt und die Aufgabenerfüllung den gängigen Marktanforderungen hinsichtlich Technik und Kosten entspricht.

Personalpolitische Risiken

Geht mit dem Outsourcing die Übertragung des Personals einher, kann dies für die betroffenen Mitarbeiter eine Veränderung in den Arbeitsbedingungen, im sozialen Umfeld oder in der sozialen Absicherung bedeuten.

Orgainsatorische Risiken

Das Outsourcing erfordert ein höheres Maß an Koordination und Kommunikation zwischen dem Unternehmen und seinem Dienstleister. Die daraus resultierenden Anpassungsmaßnahmen in der Organisation und in den Funktionen dürfen die Kostenvorteile des Outsourcing nicht wegschmelzen.

Wirtschaftliche Risiken

Hat das Unternehmen bei Vertragsschluss dem Dienstleister bestimmte Kapazitäts- anforderungen zugesichert, kann dies bei Unterauslastung zur Nichterreichung vertraglich vereinbarter Mindestabnahmemengen und bei Überlastung zur Zahlung höherer Preise führen.

Geschäftspolitische Risiken

Bei großer Abhängigkeit zum Dienstleister können Nachlässigkeiten des Dienstleisters sich schädigend auf das Geschäft und das Image für das auslagernde Unternehmen auswirken.

Gegen diese Risiken hilft nur eine sorgfältige Auswahl des Dienstleisters und ein umfassendes vertragliches Regelwerk, das mit erheblichen Konventionalstrafen bei Zuwiderhandlung droht.