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Welcher Ausbildungsberuf soll es sein?

Nicht nur der Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert, sondern auch der Ausbildungsmarkt. Neue Ausbildungsberufe entstehen, die Ausbildungsordnung von anderen Berufen wird modernisiert, um der Veränderung Rechnung zu tragen.

So wurden alleine zum neuen Ausbildungsjahr sieben neue Ausbildungsberufe eingeführt, zu denen unter anderem die Automatenfachfrau/der Automatenfachmann, die Fotomedienfachfrau/der Fotomedienfachmann oder die Servicekraft für Schutz- und Sicherheit gehören.

Für die Schulabsolventen ist der stets im Wandel befindliche Ausbildungsmarkt nur schwer zu durchschauen und so wundert es nicht, dass die Rangliste der beliebtesten Ausbildungsberufe seit Jahren relativ konstant bleibt. Die männlichen Schulabsolventen streben weiterhin am liebsten eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker an. Der Kraftfahrzeugmechatroniker war früher übrigens der Kfz-Mechaniker. Ebenfalls sehr beliebt ist ein Ausbildungsplatz als Koch, Tischler oder Maler. Die weiblichen Schulabsolventen zieht es entweder ins Büro oder in die Arztpraxis, denn seit Jahren rangiert die Kauffrau für Bürokommunikation in der Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe ganz oben. Dicht gefolgt von der Medizinischen Fachangestellten – früher war das die Arzthelferin. Dort, wo viele Bewerber um nur wenige, zur Verfügung stehende, Ausbildungsplätze kämpfen, entsteht natürlich ein Missverhältnis. Während sich einige Branchen vor Bewerbern kaum retten können, gibt es andere Branchen, die händeringend motivierte und qualifizierte Auszubildende suchen. Besonders in der Gastronomie und im Handel können die Ausbildungsplätze nur schwer besetzt werden. Viele Schulabsolventen konzentrieren sich auf die jeweiligen Modeberufe oder sind nicht bereit, von ihrem Wunschberuf abzurücken.

Wunsch und Wirklichkeit

Wunschberuf hin, Modeberuf her: Klug sind die Jugendlichen, die vor der Wahl des Ausbildungsplatzes eine Selbstanalyse machen. Nur, wer die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen kann und sich über seine Motivationen im Klaren ist, wird mit dem zukünftigen Ausbildungsberuf glücklich werden. Während einer liebend gerne mit Zahlen jongliert, sind sie dem anderen ein Graus und während einer mühelos eine neue Fremdsprache erlernt, quält sich ein anderer mit jeder neuen Vokabel. Leicht nachzuvollziehen, dass sich jemand, der den persönlichen Kontakt mit Menschen scheut, nicht gut in einem beratungsintensiven Dienstleistungsberuf aufgehoben ist. So unterschiedlich die individuellen Begabungen und Vorlieben eines jeden sind, so vielseitig und abwechslungsreich sind auch die verschiedenen Anforderungsprofile der jeweiligen Ausbildungsberufe. Gut beraten ist also jeder, der sich nicht von den gerade vorherrschenden Modeberufen locken lässt, sondern darauf achtet, dass die eigenen Fähigkeiten mit dem Ausbildungsprofil harmonieren. Anderenfalls können die Ausbildungsjahre zur Qual werden. Das ist umso schlimmer ist, da mit der Ausbildung ein wichtiger Grundstein für die gesamte Berufslaufbahn gelegt wird, die – wenn es dabei bleibt – bis zum 67. Lebensjahr dauert.

Hilfe im Ausbildungsdschungel

Wer es geschafft hat, in einer ehrlichen Selbstanalyse die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Motivationen herauszufiltern, kann sich an die Kür machen: anhand der Selbstanalyse einen Ausbildungsberuf ausfindig zu machen, der all diese Aspekte möglichst genau miteinander vereint. Hilfe im Ausbildungsdschungel verspricht das Berufsinformationszentrum – kurz: BIZ. Hier können erste Informationen über die verschiedenen Ausbildungsberufe gesammelt werden. Knapp 4000 verschiedene Berufe werden vorgestellt und auch demjenigen, der noch keine genaue Vorstellung von seinem zukünftigen Beruf hat, kann geholfen werden. Wer beispielsweise in die Suchmaske von berufenet den Begriff „Kosmetik“ eingibt, erzielt 11 Treffer. Angefangen über die Biokosmetikerin, die Chemielaborantin, die Fachverkäuferin für Kosmetik und Körperpflege, die Kosmetologin oder die Visagistin. Nicht nur Ausbildungsmöglichkeiten, sondern auch Weiter- und Fortbildungen werden hier aufgelistet. Das BIZ hat neben einer sehr hilfreichen Internetpräsenz, auch Anlaufstellen vor Ort, in denen Hilfe geboten wird. Dort können sich die Jugendlichen mit einem breit gefächerten Medienmix Einblicke in die verschiedenen Berufe verschaffen. Zusätzlich stehen die Mitarbeiter vor Ort beratend zu Seite. Das BIZ ist eine Möglichkeit, um in die Arbeitswelt hineinzuschnuppern, private Kontakte sind eine andere. Vielleicht gibt es ja jemanden, der in einem interessanten Beruf tätig ist und mit Rat und Tat zur Seite stehen kann? Vielleicht sogar jemand, der ein kurzes Praktikum im Wunschberuf oder in der Wunschfirma verschaffen kann? Jede Chance, um sich einen Einblick in einen potenziell interessanten Beruf zu verschaffen, sollte genutzt werden. Vielleicht können so auch Kontakte geknüpft werden, die später für die eigene Bewerbung hilfreich sind.

Welcher Beruf auch immer gewählt wird – die Entscheidung dafür sollte gut durchdacht werden. Eine Ausbildung legt den wichtigsten Grundstein für das weitere Berufsleben. Sicher sind im Einzelfall Veränderungen möglich, diese sind jedoch oft mit sehr viel Aufwand verbunden. Besser beraten ist der, der von Anfang an eine wohlüberlegte Entscheidung trifft.