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Six Sigma

Im Arbeitsleben gibt es zahlreiche Management-Methoden, die den Erfolg eines Unternehmens steigern sollen. Six Sigma ist eine Qualitätsmanagement-Methode, die Mitte der achtziger Jahre in den USA von der Firma Motorola entwickelt wurde. Vorläufer von Six Sigma wurden bereits zehn Jahre zuvor im japanischen Schiffsbau sowie in der Elektronik- und Konsumgüterindustrie erfolgreich eingeführt.

Mittlerweile wird die Methode bereits weltweit von vielen großen Unternehmen angewandt. Six Sigma macht nicht nur in der Fertigungsindustrie Sinn, sondern auch im Dienstleistungssektor.

Bevor eine der vielen Management-Methoden überhaupt ausprobiert wird, sollte man sich fragen, wie erfolgsversprechend diese ist. Six Sigma scheint jedoch zu einer der erfolgreichsten Methoden zu zählen, denn laut einer Statistik konnte das Unternehmen Motorola in dem Jahr, als mit Six Sigma begonnen wurde, innerhalb von vier Jahren eine Kostenersparnis von über zwei Milliarden US-Dollar verzeichnen.

Deshalb gilt Six Sigma als die effizienteste Methodenlehre zur Problemlösung. Ziel von Six Sigma ist es, die Kosten eines Betriebes beständig zu senken sowie gleichzeitig eine Steigerung des Umsatzes zu erzielen. Aufgrund einer niedrigen Fehlerquote sinken ebenfalls die Qualitätskosten, so dass die Gesamtkosten für die angestrebte Qualität, einschließlich der Nachbesserungen 20-30% des Umsatzes betragen.

Die Zufriedenheit bei den Kunden soll optimiert werden und die Kapazitäten gesteigert werden. Außerdem sollen die Arbeitszyklen bis auf ein Minimum reduziert werden, Gleiches gilt auch für Fehler oder Defekte.

Um eines vorweg zu nehmen, Six Sigma erfordert eine Menge Fleiß und akribisches Arbeiten. Zu Beginn wird ein konzeptioneller Rahmen entwickelt, der darauf bedacht ist, die Leistung zu messen, zu überwachen, zu verbessern und zu erhalten.

Six Sigma bedeutet, dass Arbeiten streng nach Vorschrift getätigt werden müssen. Die Verbesserungsprojekte werden von speziell geschulten Mitarbeitern durchgeführt. Führungskräfte eines Unternehmens übernehmen in verschiedenen Positionen unterschiedliche Aufgaben und Rollen. Diese Rollen werden durch farbliche Ränge gekennzeichnet, wie bei japanischen Kampfsportarten. So sitzt der oberste Rang natürlich in der Unternehmensleitung. Niedrigere Ränge befinden sich im mittleren Management, die zum Beispiel Ingenieure, Einkäufer oder Planer sind.

Die fünf Phasen des Six Sigma

Die am häufigsten eingesetzte Six Sigma-Methode beruht auf dem DMAIC-Prinzip. Die fünf Buchstaben ergeben sich aus den englischen Begriffen „Define“ (Definieren), „Measure“ (Messen), „Analyse“ (Analysieren), „Improve“ (Verbessern) und „Control“ (Kontrollieren). Ziel des DMAIC ist es, eine optimale Kundenzufriedenheit bei minimalen Kosten zu erreichen.

Define: In der Define-Phase wird das Projekt identifiziert und mögliche Probleme dargestellt. Gleichzeitig wird das gewünschte Ziel dokumentiert und die Ursachen für eventuelle Abweichungen erarbeitet. Hierzu wird eine Projektbeschreibung erstellt, die ebenfalls eine Zeitplanung sowie die Mitarbeiterzahl für dieses Projekt festlegt. Auch der momentane Zustand des Projektes wird festgehalten.

Measure: In der Measure-Phase steht im Vordergrund, dass das Projekt die Anforderungen des Kunden bis dahin erfüllt. Zur Überprüfung dieses Vorganges steht das Analyse-System „Measurement System Analysis“ (MSA) zur Verfügung.

Analyse: In dieser Phase gilt es, die Ursachen zu erforschen, warum das Projekt noch nicht im gewünschten Maße fertig gestellt wurde. Diese Phase ist besonders wichtig für die Verbesserung der Fehlerquelle. Hierzu werden einige Analysen sowie Diagramme erstellt, in die auch Daten aus der Measure-Phase mit einbezogen werden.

Improve: Nachdem herausgefunden wurde, wie die optimale Gestaltung des Projektes funktioniert, wird an der Verbesserung gearbeitet. Verschiedene Lösungen werden ausgearbeitet und der beste Weg wird ausgewählt. Nach der Umsetzung der Verbesserung erfolgt die Dokumentation.

Control: Nachdem das Projekt optimiert wurde, beschäftigt man sich in der Control-Phase mit der Überprüfung und Überwachung der Verbesserungen.

Aufgrund des Aufwandes, den das Six Sigma mit sich bringt, lohnt sich die DMAIC-Methode erst, wenn sich der zu erwartende Wert des Projektes somit um mehr als 50.000 € erhöht. Für ein DMAIC-Projekt sollte mit einer Bearbeitungszeit von 4-5 Monaten gerechnet werden. Laut Statistiken von großen Unternehmen sinkt die Fehlerquote bei Projekten um ein Vielfaches. Bei konsequenter Anwendung von Six Sigma treten bei rund einer Million Vorgänge lediglich 3,4 Fehler auf. Dies entspricht einem Qualitätsgrad von 99,9997%. Zahlreiche Großunternehmen investieren in Six Sigma und lassen ihre Mitarbeiter schulen. Die Investitionen sollen sich bereits nach einem Jahr rentieren und innerhalb des nächsten Jahres weiter steigen. Material- und Personalkosten sollen so um 8-10% reduziert werden. Umsatzsteigerungen von 5% sowie eine Margenverbesserung von 7% sind keine Seltenheit. Ebenso soll der Anteil der pünktlichen Lieferungen von 80% auf 96% ansteigen.