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Autogenes Training

Jeder kennt das Problem der ständigen Überlastung, bei der Arbeit regieren Hektik und Stress. Privat können wir nicht abschalten und sind gestresst. Wer sehnt sich da nicht nach einer Methode, bei der wir völlig abschalten können und uns wie neu geboren fühlen? Probieren Sie doch mal ein Autogenes Training!

Das Autogene Training ist eine Entspannungsmethode, die auf Autosuggestion beruht. Sie wurde 1927 von dem Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelt und 1932 erstmals in seinem Buch „Das autogene Training“ veröffentlicht.

Methoden der Entspannung und Selbstbeeinflussung waren schon in der Antike bekannt, beispielsweise in der indischen Yogalehre oder der japanischen Zen-Meditation. Das autogene Training ist ein klar gegliedertes Verfahren zur konzentrativen Selbstentspannung. Ziel des Trainings ist es, mittels selbsthypnotischer Formeln Einfluss auf körperliche Prozesse zu nehmen. Wir kennen alle bildlich die Szenen aus dem Fernsehen, wo eine Gruppe Menschen auf dem Fußboden sitzt und zu sich selbst sagt: „Ich bin ganz ruhig und entspannt“.

Wie aber funktioniert das Autogene Training?

Das Training ist sehr leicht erlernbar, es kann entweder in einer geführten Gruppe oder mittels eines Selbststudiums erlernt werden. Ein Selbststudium ist im Handel mittels eines Buches mit CD erhältlich. Beim Training nimmt man eine möglichst bequeme Körperhaltung ein, bei der die Muskeln möglichst entspannt sein sollten.

Das Autogene Training wird in eine Grund- und Oberstufe unterteilt. Die Grundstufe beinhaltet folgende Teile: Schwereübnug, Wärmeübung, Atemübung, Herzübung, Sonnengeflechtsübung, Stirnkühleübung. Bei der Schwereübung zum Beispiel sagt man sich selbst: „Meine Arme und Beine werden ganz schwer“. Bei jeder dieser Übungen versucht man, mit Hilfe einer Formel einen Entspannungszustand eines Körperteils herzustellen. Die Vorstellung, dass Arme und Beine schwer werden, führen zu dem Gefühl, dass dies wirklich passiert.

Konzentriert man sich bei der Herzübung auf einen ruhigen Herzschlag, ist nach einer gewissen Übung, ein ruhiger Puls nachweisbar. Je mehr geübt wird, desto besser ist die Wirkung auf den Körper und das seelische Befinden. Wenn Sie die Grundstufe des Trainings gut beherrschen, geht man zu Oberstufe über. In der Oberstufe werden Selbsterkenntnis uns Charakterbildung trainiert, ein belastendes Problem kann mittels Suggestion so weit gelöst werden, dass die Person Linderung oder gar Heilung erfährt. In der Oberstufe könnten die einzelnen Sitzungen etwa so aussehen:

  • Erste Sitzung: Farberlebnisse,
  • zweite Sitzung: Wahrnehmung konkreter Gegenstände,
  • dritte Sitzung: Betrachtung ideeller Werte,
  • vierte Sitzung: Übungen zur Charakterbildung durch Fragen (zum Beispiel „wer bin ich?“),
  • fünfte Sitzung: Reise auf den Meeresgrund,
  • sechste Sitzung: Reise auf einen Berggipfel,
  • siebte Sitzung: eigene Bilder mit persönlichen Zielen.
Die Übenden können sich in eine selbstgewählte Situation hineinversetzen und sie real erleben. Durch den entspannten Zustand während dieser Übung kann eine Lösung des wirklichen Problems herbeigeführt werden. Selbsterkenntnis und bewusstes Nachdenken werden trainiert und gefördert. Autogenes Training sollte regelmäßig durchgeführt werden, bei gutem Training ist ein Hinübergleiten in den Entspannungszustand innerhalb weniger Minuten möglich. Es kann überall eingesetzt werden.

Für das Erlernen der Oberstufe ist es nötig, dass die Unterstufe perfekt beherrscht wird.

Autogenes Training dient als Entspannungstechnik bei Nervosität, Stress und Schlafstörungen, kann aber auch bei Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Verdauungsstörungen Wunder wirken.