Kaizen

Setzt man beide Wörter zusammen, ergibt sich daraus der Sinn, etwas kontinuierlich zu verbessern. Diese Art der Verbesserung kann sowohl im Privatleben als auch im Arbeitsleben zum Einsatz kommen. Kaizen ist seit den 90er Jahren in Europa auch unter dem Namen KVP=Kontinuierlicher Verbesserungsprozess bekannt geworden. Die Geschichte des Kaizen hat seinen Ursprung wohl in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs. Die Zeit, in der japanische Unternehmen buchstäblich von Grund auf neu beginnen mussten und deren Manager jeden Tag vor einer neuen Herausforderung standen. Ein nicht endender Fortschritt war nötig, um das geschäftliche Überleben überhaupt möglich zu machen. Schon während dieser Zeit wurde Kaizen für die Japaner zu einer neuen Lebensart. Und wie man heute sieht, scheint sie sehr erfolgreich zu sein. In den 80er Jahren wurde von amerikanischen Autoren eine Studie durchgeführt, die herausfinden sollte, warum die japanischen Automobilhersteller ihrer amerikanischen und europäischen Konkurrenz so haushoch überlegen waren. Damals fielen Begriffe wie „schlanke Produktion“ oder „lean production“, die verdeutlichten, dass jegliche Art von Verschwendung vermieden werden sollte. Studienexperten fanden heraus, dass das Prinzip von Kaizen ein Hauptbestandteil der schlanken Produktion ist. Wenn es darum geht, die Produktionskosten möglichst klein zu halten, kann Kaizen einen wichtigen Beitrag leisten. Dabei geht es nicht um eine Erhöhung des Arbeitspensums oder um die Entlassung von Mitarbeitern, sondern um die Vermeidung von Verschwendung. Nach den Regeln von Kaizen wird zwischen verschwenderischen Tätigkeiten und wertschöpfenden Tätigkeiten unterschieden. Da Kunden nur bereit sind, für wertschöpfende Tätigkeiten Geld zu zahlen, wird hierauf besonderen Wert gelegt.
Im Geschäftsleben ist es das Ziel von Kaizen, eine unendliche Verbesserung unter Einbeziehung aller Mitarbeiter zu erreichen. Dazu gehören sowohl die Geschäftsleitung, Führungskräfte und natürlich die Arbeiter. Hierbei ist jedoch nicht das Ziel, eine sprunghafte Verbesserung durch Veränderungen zu erreichen, sondern eine schrittweise Perfektionierung eines schon bewährten Produktes. So wird versucht, alle Arbeitsvorgänge, angefangen von der Idee über die Fertigstellung, bis zur Vermarktung, Kundenpflege und Weiterbildung der Mitarbeiter zu verbessern. Durch diese Methode sollen Mitarbeiter geschult werden, die eigenen Probleme zu erkennen ohne Angst vor möglichen Konsequenzen haben zu müssen. Dieser Vorgang soll die Mitarbeiter dazu ermutigen, über eine ständige Verbesserung am Arbeitsplatz und sein Umfeld nachzudenken. Die grundlegende Botschaft von Kaizen beinhaltet, dass kein Tag vergehen soll, ohne dass eine Verbesserung in einem Betrieb vergehen soll. In Unternehmen ist es die Hauptaufgabe des Managements, dieses Prinzip auch bei den Mitarbeitern durchzusetzen. Durch die langfristigen Prozesse sollen große Sprünge vermieden werden, stattdessen müssen die Veränderungen täglich neu organisiert und umgesetzt werden. Das bedeutet im Klartext auch, dass die Mitarbeiter als Teil des Vermögens angesehen werden, da sie sich ständig einbringen müssen. Die Ausgaben für das Personal und für Weiterbildungen werden demzufolge als Investition für die Zukunft angesehen und weniger als Kostenfaktor. Denn qualifizierte Mitarbeiter sind für derartige Veränderungen offen und bilden somit den Grundstein für Kaizen, der in Zukunft großen Erfolg für ein Unternehmen verspricht. Da jeder Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz am Besten kennt und genau über die Vorgänge Bescheid weiß, ist es auch so wichtig, dass Jeder seine Verbesserungsvorschläge für seinen Arbeitsplatz einbringt.
Grundregeln von Kaizen
Kaizen besteht aus verschiedenen Elementen, die im Ganzen berücksichtigt werden müssen. Es nützt nichts, wenn nur ein Teil verwirklicht und der Rest unbeachtet bleibt.
Den Grundstein für den Erfolg des Kaizen legen folgende Grundregeln:
- Überlege Dir immer Wege, wie Du an Dein Ziel kommen willst
- Ausreden sind nicht nötig und überflüssig
- Fehler sollten sofort korrigiert werden
- Wiederhole das Wort „warum“ fünf Mal
- Sammle die Ideen Deiner Mitarbeiter
- Benutze Deinen Verstand und nicht Dein Portemonnaie
- Suche nicht nach der perfekten Lösung, sondern nach der Einfachsten
- Vergiss die starren Vorstellungen, sondern verfolge locker Dein Ziel
- Probleme sollten als Möglichkeit der Verbesserung angesehen werden
- Verbesserungen finden kein Ende
Wer sich an diese Regeln hält, kann lernen, Standardabläufe umzusetzen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren und vor allem Überflüssiges zu erkennen und zu beseitigen. Wobei man wieder beim Thema Verschwendung wäre. Unter Verschwendung kann man auch „Zeitfresser“ verstehen. So sollten beispielsweise in der Produktion alle nötigen Werkzeuge und Materialien griffbereit an Ort und Stelle liegen, um so unnötige Wege einzusparen. So hört man in diesem Zusammenhang auch immer wieder vom „Just in time-Verfahren“. Das bedeutet, dass Produkte in der optimalen Qualität, zum vereinbarten Zeitpunkt, in der richtigen Menge an den richtigen Ort geliefert werden. So können beispielsweise Lagerungskosten eingespart werden.
Ziele des Kaizen
Die Ziele des Kaizen können recht unterschiedlich sein. In Unternehmen und Betrieben steht sicherlich der Erfolg und somit der Gewinn im Vordergrund. Wendet man Kaizen bei allen zu treffenden Entscheidungen an, kann sich der berufliche Erfolg um einiges steigern. Wichtig ist jedoch, dass alle Elemente von Kaizen verwirklicht werden. Deshalb sollte Kaizen schon bei der Planung, Entwicklung, Durchführung, Problembehebung und der Fertigstellung miteinbezogen werden. Ein wichtiger Bestandteil ist immer eine Geringhaltung der Gesamtkosten. Allein bei der Produktion können unnötige Kosten vermieden werden, wenn diese möglichst klein gehalten werden. Hohe Lagerungskosten können durch das Just in time-Verfahren vermieden werden. Auf diese Weise werden auch die Wünsche des Kunden befriedigt.
Dabei sollte immer bedacht werden, dass Kaizen ein langfristiger Prozess ist, der nicht sprunghaft und schnell vonstatten geht, sondern Veränderungen müssen gut organisiert und langsam durchgeführt werden.












