Chaos im Heimbüro - Ratschläge, wie man sein Büro organisiert

Wenn man eine Pause braucht, kann man sich in Ruhe zurück lehnen und die Füße auf den Tisch legen. Soweit zu den Vorteilen, die ein Heimbüro bieten. Allerdings entstehen durch das heimische Büro auch Nachteile. Die Nähe zu seiner Familie kann sich am Arbeitsplatz manchmal eher störend auswirken. Statt der nervigen Kollegen sind es jetzt womöglich die Kinder oder der Partner, die an die Tür klopfen und bei der Arbeit stören. Wird man bei kleinen Arbeiten im Haus gebraucht, ist man nur einen Schritt weit entfernt. Für den Partner ist diese Nähe von Vorteil, muss man bei den ständigen Störungen jedoch arbeiten, ist der Frust vorprogrammiert. Schon kommen Zweifel auf, man fragt sich, ob man den täglichen Belastungen gewachsen ist. Wer aus diesem Loch nicht wieder heraus kommt, hat schnell einen Leistungsabfall zu verzeichnen.
Um ein erfolgreiches Heimbüro zu betreiben, das keinen Frust bringt und nicht droht, im Chaos zu versinken, können einige Tipps dabei helfen, produktiv zu bleiben.
Der eigene Raum
Der wichtigste Punkt ist, dass der Arbeitsplatz ganz deutlich vom Rest der Wohnung getrennt wird. Ein Schreibtisch in der Ecke des Wohnzimmers ist denkbar ungeeignet.
Wer so arbeitet, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nach Feierabend nicht abschalten kann und sich weiterhin gedanklich mit der Arbeit beschäftigt. Auch der Familie gegenüber wäre dieser Zustand unfair. Der ideale Platz für ein Heimbüro ist ein eigener Raum, dessen Tür geschlossen werden kann, sobald mit der Arbeit begonnen wird. So signalisiert man der Familie, dass man jetzt nicht mehr gestört werden möchte.
Das Gleiche gilt für den Abend, wenn die Arbeit beendet wird. Nach abgeschlossener Arbeit sollte man sich bemühen, das Büro zu verlassen und sich gedanklich von der Arbeit zu verabschieden.
Wer in einem größeren Haus wohnt, sollte darauf achten, dass das Büro in einem ruhigen Zimmer eingerichtet wird. Der Raum, der direkt neben dem Kinderzimmer liegt, ist vermutlich nicht am Besten geeignet.
Auch hochwertige Arbeitsgeräte erleichtern den Arbeitsalltag ungemein. Das soll nicht heißen, dass man sich jeden möglichen technischen Kram zulegt, der keinen sinnvollen Zweck erfüllt. Zuverlässige Geräte, ein schneller Internet-Zugang, ein strahlungsarmer und großer Computer-Bildschirm erleichtern die Arbeit ungemein.
In manchen Fällen ist es besser, wenn das Heimbüro mit einer eigenen Telefonnummer ausgestattet wird. Kundengespräche landen dann nicht im privaten Wohnbereich, so dass man auch nach Feierabend nicht von Kunden gestört wird. Auf Kunden könnte es zudem etwas befremdlich wirken, wenn ein Kleinkind an das Telefon geht. Eingehende Anrufe landen direkt im Büro.
Der eigene Rhythmus
Wichtig bei der Heimarbeit ist es ebenfalls, seinen persönlichen Arbeitsrhythmus zu finden.
Tageszeiten, in denen man sich am leistungsfähigsten fühlt, müssen ausgenutzt werden.
Wenn man spürt, dass es Zeit für eine Pause wird, sollte man sich eine kurze Auszeit gönnen. Ebenso wichtig sind feste Essenszeiten. Immer nur ein kleiner Snack zwischendurch ist nicht nur schädlich für die Figur sondern fördert zusätzlich den Stress.
Jeder Mensch hat innerhalb eines Tages verschiedene Leistungsphasen. Der eine ist Frühaufsteher, springt morgens aus dem Bett und fühlt sich topfit. Der andere wiederum braucht morgens eine lange Anlaufphase, bevor er überhaupt ansprechbar ist.
Wenn man seinen eigenen Typ kennt, sollte man auch seinen Arbeitsablauf von diesen Hochphasen abhängig machen. Schwierige und anspruchsvolle Arbeit sollte man in den Hochphasen erledigen, unwichtige Arbeit in den Phasen, in denen man durch hängt. Wer seinen Arbeitsrhythmus an seinen biologischen Rhythmus anpasst, kann seine Leistungsfähigkeit enorm steigern. Grundsätzlich sollte man sich aber zu festen Bürozeiten im Büro sein, so dass Kunden oder Kollegen wissen, wann sie einen erreichen können. Neben den hochwertigen Arbeitsgeräten ist es wichtig, auf einen bequemen und rückenschonenden Bürostuhl Wert zu legen. Bei diesem Stuhl sollten die Rücken- und Sitzposition, Höhe und Armlehnen verstellbar sein. Nach einem achtstündigen Bürotag wird der Rücken für diese Investition dankbar sein.
Ein Heimbüro sollte auch wie ein Büro eingerichtet werden. Ein alter Schreibtisch, an dem die Kinder früher ihre Hausaufgaben erledigt haben, ist da wohl kaum zu empfehlen.
Das Büro im Gästezimmer einzurichten und ständig ein Bett im Visier zu haben, ist ebenfalls denkbar unglücklich. Schöne Büromöbel, ein bequemer Bürostuhl sowie eine Innendekoration, die dem persönlichen Geschmack entspricht, sollte man sich da schon leisten. Dazu gehören natürlich auch Zimmerpflanzen, die nebenbei das Raumklima verbessern. In einer Abstellkammer möchte schließlich niemand den ganzen Tag sitzen. Abgesehen davon ist die Anschaffung von Büromöbeln steuerlich absetzbar.
Wenn das Büro groß genug ist, sollte man sich eine Nische für kleine Denkpausen einrichten. Hier könnte ein gemütlicher Sessel oder ein Sofa stehen. Auch für Kaffeepausen ist dieser Platz geeignet, da es besser ist, kurz den Computerplatz zu verlassen. Nach Möglichkeit sollte sich der Arbeitsplatz nicht mit dem Rücken zur Tür befinden. So besteht nicht die Gefahr, hinterrücks von hereinkommenden Familienmitgliedern überrascht zu werden. Ebenso sollte auf eine ausreichende Beleuchtung geachtet werden. Natürliches Tageslicht ist selbstverständlich immer am Besten, deshalb sollten auch keine dunklen Vorhänge die Sicht nach draußen versperren. Die Sonne und Lampen sollten niemals direkt auf den Bildschirm scheinen, auch Gegenlicht sollte vermieden werden, da die Augen unnötig schnell ermüden.
Bevor mit der Arbeit begonnen wird, sollte man sich auch mental aufs Arbeiten vorbereiten. Dazu gehört auch, dass man sich vor der Arbeit duscht, rasiert und vernünftig anzieht. Ins Büro würde ja auch Niemand im Schlafanzug gehen. Wenn man das Büro betritt, sollte auch direkt mit der Arbeit begonnen werden. Zeitunglesen oder private Angelegenheiten kann man in Ruhe vor der Arbeit erledigen. Beschäftigt man sich während der Arbeit mit Telefonaten oder dem Surfen im Internet, läuft man am Abend in Gefahr, nicht mehr richtig abschalten zu können.
Während der Arbeit sollte man sich immer auf das Wesentliche konzentrieren. Hierzu gehört auch, dass man nicht fünf Aufgaben gleichzeitig erledigt, sondern zuerst das Wichtige und dann das weniger wichtige erledigt. Multitasking ist immer schlecht für den Büroalltag, egal ob im Heimbüro oder in einem Unternehmen. Unterbrechungen durch Familienmitglieder sollten möglichst vermieden werden. Wird man ständig bei der Arbeit gestört, wird es immer schwieriger, die Aufgabe zu Ende zu führen.
Bei der Arbeitsplanung kann man sich angewöhnen, die unangenehmsten Arbeiten immer zuerst zu erledigen. Gerade wer dazu neigt, Arbeiten vor sich her zu schieben, sollte sich diese Taktik angewöhnen. Erledigt man unangenehme Tätigkeiten dann, wenn man schon abgearbeitet ist, ist das Werk zum Scheitern verurteilt. Unorganisierte Menschen können sich einen gezielten, wöchentlichen Arbeitsplan sowie das Führen eines Tageskalenders angewöhnen, so dass sie nicht im Chaos versinken. Jeder kennt wohl das Problem, dass an manchen Tagen einfach nichts klappen will. Die guten Ideen bleiben aus, Tätigkeiten, die normalerweise ganz schnell von der Hand gehen, wollen nicht so recht funktionieren. Wichtig ist, dass man in dem Moment nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern beharrlich weiterarbeitet. Man sollte sich immer wieder klar machen, dass das Heimbüro viele Vorteile bietet und sich diese auch immer wieder vor Augen führen.
Um einen geregelten Arbeitsablauf zu erreichen, muss sich jeder Heimarbeiter angewöhnen, mit der Arbeit dann aufzuhören, wenn alles, was man sich für den Tag vorgenommen hat, erledigt ist.
Wie entkommen Heimarbeiter der Einsamkeit?
Wer sein Büro im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung untergebracht hat, ist meistens den ganzen Tag über alleine und verfällt zudem in einen alltäglichen Rhythmus. Für gesellige Menschen ist ein Heimbüro weniger zu empfehlen, da die Gespräche mit den Arbeitskollegen wegfallen. Um nicht in völliger Einsamkeit im eigenen Saft zu schmoren, bieten sich einige Möglichkeiten, diesem Problem aus dem Weg zu gehen.
Zunächst sollte man sich vornehmen, täglich mindestens einmal nach draußen zu gehen. Sei es, um Brötchen zu holen, zu Joggen oder einfach etwas einzukaufen. Wer einen Hund hat, braucht sich um dieses Problem nicht zu sorgen.
Büroarbeiter, die ihr Büro zu Hause haben, müssen nicht zwangsläufig zu Hause arbeiten. Dank der modernen Technik ist es auch möglich, mit einem Laptop in einem Café zu arbeiten. Die meisten Cafés bieten mittlerweile kostenlose Internetzugänge an. So kann man in Gesellschaft arbeiten, hat aber trotzdem die Möglichkeit, nette Leute kennen zu lernen oder einfach ein bisschen zu plaudern. Um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, wäre es gut, stets genügend Visitenkarten bei sich zu haben.
Wenn nur der Arbeitsplatz vom Büro nach Hause verlegt wurde, sollte man immer darum bemüht sein, den Kontakt zu seinen Kollegen zu pflegen. An stattfindenden Treffen im Büro sollte man so oft wie möglich teilnehmen. Und auch Geschäftsessen sind eine gute Gelegenheit, um sich mit den Kollegen oder dem Chef auszutauschen.
Selbständige hingegen haben nur die Möglichkeit, dem Partner über die Arbeit und mögliche Erfolge oder Enttäuschungen zu berichten.
Wer diese Tipps beachtet und sich immer wieder sagt, wie vorteilhaft das Arbeiten von zu Hause ist, hat große Chancen, seine Leistung zu steigern und erfolgreich zu sein.
Mit etwas Mut und Selbstdisziplin ist das Heimbüro eine perfekte Alternative zum normalen Büro. Wer sich erst einmal daran gewöhnt hat und sich nicht laufend von Familienmitgliedern stören lässt , möchte diesen Komfort mit großer Sicherheit nicht mehr missen. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert.












