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Der erste Job? - Jetzt die Finanzen regeln!

Um die finanzielle Situation der Kinder braucht man sich keine Gedanken zu machen, solange sie noch in die Schule gehen. Zu diesem Zeitpunkt sorgen sich die meisten Eltern eher um die Frage, ob das Kind einen geeigneten Ausbildungsplatz bekommt. Beim Start in das Berufsleben ändert sich sowohl für das Kind als auch für die Eltern eine Menge.

Mit dem Einstieg in das Berufsleben ist der Jugendliche plötzlich finanziell von den Eltern unabhängig. Mit diesem Tag ändert sich jedoch noch viel mehr für den Jugendlichen. Es muss sich jetzt auch um finanzielle Angelegenheiten wie Versicherungen und Altersvorsorge gekümmert werden. Das Gleiche gilt für Studenten, die ihre Studienzeit beendet haben und nun einen Job antreten.

Erste Schritte

Welche Schritte sind als Erstes nötig und welche haben noch ein wenig Zeit? Berufseinsteiger müssen ihrem neuen Chef oder in der Personalabteilung zunächst ihre Kontonummer und die Lohnsteuerkarte abgeben. Die Lohnsteuerkarte ist im zuständigen Finanzamt erhältlich. Außerdem muss der Arbeitgeber wissen, bei welcher Krankenkasse der Jugendliche nun versichert ist. Mit dem Schritt in das Berufsleben erlischt die Mitgliedschaft in der Krankenkasse der Eltern. Die Beiträge der Krankenkassen liegen je nach Kasse zwischen 12,4 und 16,5%. Diese werden je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer gezahlt und werden direkt vom Gehalt abgezogen.

Wer als Student bislang bei seinen Eltern privat versichert war, muss sich jetzt selber um eine gesetzliche Krankenkasse kümmern. Bis zum Jahre 2006 war es gut Verdienenden Angestellten bereits beim Einstieg in das Berufsleben möglich, sich bei einer privaten Krankenversicherung zu versichern. Seit der letzten Gesundheitsreform ist das nicht mehr möglich. Bevor ein Angestellter einer privaten Krankenversicherung beitreten kann, muss er an drei aufeinander folgenden Jahren ein Bruttojahreseinkommen von 48.150 Euro nachweisen können. Hat man sich für eine gesetzliche Krankenkasse entschieden, muss dort ebenfalls die Sozialversicherungsnummer angefordert werden. Diese Nummer begleitet jeden Arbeitnehmer das ganze Leben. Über eine Altersvorsorge sollte man sich während der Ausbildung noch keine Gedanken machen, das hat Zeit bis zum eigentlichen Berufseinstieg nach beendeter Ausbildung.

Wichtiger wäre es jetzt, sich beim Arbeitgeber zu erkundigen, ob er vermögenswirksame Leistungen zahlt. Von den meisten Unternehmen wird diese Sparform angeboten, von vielen Angestellten wird sie jedoch nicht genutzt. Der Arbeitgeber zahlt hierbei, je nach Branche und Tarifvertrag, zwischen sechs Euro und 40 Euro in eine Vermögensanlage, zum Beispiel an eine Versicherung, Bausparvertrag oder Fond.

Danach ruht das Geld für ein Jahr und wird nach sieben Jahren an den Angestellten ausgezahlt. Von dem gesparten Geld ist durchaus ein kleiner Gebrauchtwagen oder eine Wohnungsrenovierung zu finanzieren.

In den ersten zwölf Monaten der Ausbildung sollten sich Jugendliche zunächst um keine weiteren Versicherungen kümmern. Viel wichtiger ist es, herauszufinden, wie viel Geld zum täglichen Leben benötigt wird. Mit dem neu erworbenen Geldsegen muss ein Auszubildender erst einmal zurecht kommen. Die gesamte Ausbildungsvergütung muss ja nicht sofort ausgegeben werden. Bleiben einige Euro übrig, ist es schon sinnvoll, diese zu sparen.

Zahlreiche junge Leute wohnen bereits während der Ausbildung nicht mehr bei ihren Eltern. Während dieser Zeit ist es wichtig, dass man versucht, jeden Monat etwas Geld an die Seite zu schaffen, bis etwa zwei bis drei Monatsgehälter zusammen gespart sind.

Dieses finanzielle Polster ist für Reparaturen am Auto oder in der Wohnung geeignet. So muss nicht gleich das Konto überzogen werden, wenn die Waschmaschine kaputt ist.

Grundsätzlich sollte man darauf achten, das Konto nicht in den Dispokredit rutschen zu lassen, da die Zinsen immens hoch sind.

Auch direkt nach der Ausbildung oder nur wenigen Jahren nach der Studienzeit ist es nicht sinnvoll, sich um ein Altersvorsorge-Paket zu kümmern. Diese Vorsorge hat Zeit, bis man sowohl beruflich als auch privat ein geregeltes Leben führt. Der ideale Zeitpunkt für den Abschluss einer Altersvorsorge ist zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr.

Arbeitnehmer, die während ihrer Studienzeit BAföG bezogen haben oder einen Ausbildungskredit einer Bank in Anspruch genommen haben, sollten diesen jetzt so schnell wie möglich zurückzahlen. Rabatte von bis zu 50% sind möglich, wenn die Tilgungen zügig gezahlt werden.

Befinden sich junge Leute im Berufsleben, neigen Versicherungsvertreter dazu, gerade unwissenden Menschen völlig überflüssige Versicherungen schmackhaft zu machen.

Die einzigen, wirklich wichtigen Versicherungen sind die private Haftpflichtversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Die private Haftpflichtversicherung kostet im Jahr zwischen 60 und 100 Euro und übernimmt Kosten für Schäden, die einer dritten Person zugefügt wurden. Diese Kosten können sich schnell im Bereich einiger Millionen Euro befinden, wenn der Geschädigte für den Rest seines Lebens nicht mehr arbeiten kann und Schmerzensgeld erhält. Ohne eine private Haftpflichtversicherung müsste der Unfallverursacher gegebenenfalls für den Rest seines Lebens zahlen.

Ebenso wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung, die einem Arbeitnehmer den Lebensunterhalt sichert, falls dieser durch einen Unfall oder Krankheit nicht mehr in der Lage ist, seiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen.

Junge Menschen, die sich eine neue Wohnungseinrichtung finanziert haben, sollten sich eventuell über eine Hausratversicherung Gedanken machen. Diese übernimmt den Schaden, wenn Einbrecher die Wohnung ausgeräumt haben oder die Waschmaschine ausgelaufen ist.

Wer die oben genannten Tipps beim Berufseinsteig beachtet, ist von Anfang an auf dem richtigen Weg. Junge Menschen, die ein wenig auf ihr Geld achten, haben gute Chancen, sich beruflich und privat zu etablieren. Unnötige Kosten im Privatleben sollten selbstverständlich vermieden werden. Hier kommen beispielsweise Mobiltelefone in Betracht, deren Verträge oftmals direkte Kunden-Abzocke sind. Bedingt durch lange Laufzeiten und zu hohe Gebühren, laufen gerade Jugendliche schnell in die finanzielle Falle. Besonders in der ersten Zeit der Ausbildung oder dem Berufseinsteig nach der Studienzeit sollten Eltern ihren Kindern ein wenig dabei helfen, auf die finanzielle Lage ihrer Sprösslinge zu achten.