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Arbeiten im Ausland

Schon lange war der Trend zum Auswandern oder Arbeiten im Ausland nicht so stark wie heute. Im Jahr 2006 haben mehr als 155.000 Bürger Deutschland offiziell verlassen. Da sich ein Großteil der Auswanderer nicht bei den Behörden abmeldet, kann davon ausgegangen werden, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Zu den beliebtesten Zielen gehören die Schweiz, die USA und Österreich. Länder wie Australien und Neuseeland sind weniger beliebt, als im Allgemeinen angenommen.

Ein Großteil der Deutschen verlässt das Heimatland, um im Ausland von besseren Arbeits- und Lebensbedingungen zu profitieren. Während Arbeitnehmer in Deutschland mehr als ein halbes Jahr für den Staat arbeiten müssen, sind die steuerlichen Belastungen deutlich geringer. Ebenso ist das Arbeitstempo in den meisten Ländern weniger hoch und somit auch nicht so stressig. Dennoch muss vorweg genommen werden, dass mehr Auswanderer im Ausland scheitern, als man denkt. Von ihnen wird in den Medien jedoch nicht berichtet. Aus Scham treten die Rückwanderer nur sehr ungern vor eine Kamera. Wer in den letzten Jahren die Auswanderungsberichte im Fernsehen verfolgt hat, wird feststellen, dass häufig wenig qualifizierte Arbeitnehmer Deutschland verlassen, um im Ausland ihr Glück zu finden. Mit auffälliger Naivität wird angenommen, dass die Arbeitssuche im Ausland weniger schwierig ist. Nicht selten reicht das finanzielle Polster nur für wenige Wochen. Wen wundert es da, dass zahlreiche Deutsche auch in Deutschland nicht Fuß fassen und das Vorhaben Auswandern zum Scheitern verurteilt ist?

Die Realität sieht glücklicher Weise etwas anders aus als in den Fernsehserien. Statistiken zu Folge sind es in der Regel hochqualifizierte Arbeitnehmer, die ihr Glück im Ausland suchen. Für einen besser bezahlten, gesicherten Arbeitsplatz geben sie ihre Heimat mit Familie und Freunden auf und beginnen einen Neustart.

Im Vorfeld sollte man sich grundlegende Gedanken darüber machen, ob man auf Dauer überhaupt im Ausland leben möchte. Ist man bereit, Freunde und Familie zurück zu lassen und noch einmal ganz von vorne anzufangen? Hinzukommt in den meisten Ländern die Sprachbarriere. Das Erlernen einer neuen Sprache ist das oberste Gebot, wenn man im Ausland arbeiten möchte. Mit Englischkenntnissen aus der Schulzeit kommt man nur bedingt weiter. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die kulturellen Unterschiede oftmals größer sind als angenommen. Außerdem sollte man bedenken, dass das Auswandern nichts mit Abenteuer, Dauer-Urlaub oder einem exotischen Ambiente in der Sonne zu tun hat. Der Alltag kehrt im Privat- und Berufsleben schneller zurück als man denkt. Dass die deutschen Auswanderer weniger das exotische Abenteuer suchen, beweisen die beliebtesten Ziele der Auswanderer. Südeuropäische Urlaubsziele sind weniger gefragt als nördliche EU-Länder. Wer sich sicher ist, dass er sein berufliches Glück im Ausland suchen möchte, sollte sich zunächst erkundigen, in welchen Ländern der Arbeitskräftebedarf am Höchsten ist. Auch sollte überprüft werden, in welchen Ländern der erlernte Beruf die größten Chancen hat.

In skandinavischen Ländern werden beispielsweise händeringend Fachkräfte in Handwerksberufen gesucht. In Spanien und Italien ist es wiederum schwierig eine Festanstellung zu bekommen. Zeitverträge werden besonders saisonal im Gastronomie- und Hotelgewerbe angeboten. Auch Call-Center suchen häufig Personal. Hier ist allerdings absolute Vorsicht geboten. Übermäßig lange Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung und regelrechte Knebelverträge machen vielen Auswanderern das Leben schwer.

Die Chancen, einen hochqualifizierten und gut bezahlten Job im IT-Bereich zu finden, sind in den asiatischen Ländern sehr hoch.

Wen es nicht so sehr in die Ferne zieht, hat die Möglichkeit, innerhalb Europas zu arbeiten.

Arbeitsplätze innerhalb der Europäischen Union bieten einige Vorteile. So wird weder ein Einreisevisum für das Land noch eine Arbeitserlaubnis benötigt. Auch ein Besuch der Heimat ist ohne große Umstände möglich, da die relativ kurzen Flüge recht kostengünstig sind.

Eines sollte man niemals vergessen: Egal, für welches Land man sich entscheidet, die kulturellen Unterschiede sind meist viel größer als man anfangs annimmt. Beinahe jeder Auswanderer hat kurz nach seiner Auswanderung oder erst Jahre später einen Kulturschock.

Wer seine Heimat nicht endgültig verlassen will, hat die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten. Hierzu bieten sich die deutschen Nachbarländer wie die Niederlande, Schweiz, Österreich, Dänemark und Polen an. Lange Fahrt- oder Flugzeiten entfallen, allerdings muss hier bedacht werden, dass man nur an den Wochenenden zu seiner Familie fahren kann. Über die Problematik einer Wochenendbeziehung sollte man sich auch im Vorfeld Gedanken machen.

Zusammenfassend muss man sagen, dass das Arbeiten im Ausland oftmals zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Eine gute Planung und Vorbereitung für das neue Land ist das oberste Gebot. Im Zweifelsfall kann man auch zunächst seine neue Arbeit antreten und seinen Wohnsitz vorübergehend in Deutschland behalten. So hat man etwas Zeit, sich mit den neuen Gegebenheiten anzufreunden und kann nach einer Weile entscheiden, ob die neue Arbeit im Ausland das Richtige ist. Von naiven Vorstellungen, in einer gemütlichen Strandkneipe bei Sonnenuntergang zu arbeiten, sollte man sich besser gleich verabschieden.